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KW Siwibach AG

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Das Projekt

Der Siwibach (Mattwaldbach) entspringt unterhalb des Siwigletschers (Mattwaldgletschers) und fliesst bei der Bodenbrücke in die Saaser-Vispa. Er befindet sich vollends auf Territorium der Gemeinde Eisten. Das Wasser des Siwibachs wird seit langem schon zur Bewässerung der Berghänge auf der rechten Saastalseite genutzt.

Der Siwibach ist bereits seit dem Bau des Kraftwerkes Ackersand I auf Kote ca. 1’455m.ü.M. gefasst. Das Wasser wird in den Stollen Ackersand I geleitet.
 
Ende 2009 beschloss die Gemeinde Eisten den “Siwibach“ oberhalb der bereits bestehden Wasserfassung hydroelektrisch zu nutzen. Sie beauftragte die EnAlpin AG mit der Ausarbeitung eines Projektes.
Am 22. Dezember 2010 wurde das Konzessionsgesuch eingereicht. Der Staatsrat erteilte am 20. Juni 2012 die Wasserrechtskonzession.
Die KW Siwibach AG wurde am 24.04.2012 ins Handelsregister eingetragen.

Wasserfassung Entsander Regulierbecken

Durch den Bau des Tiroler Wehrs wird nur soviel Wasser wie nötig gefasst und dem Entsander zugeführt. Das überschüssige Wasser fliesst über den Wehrrücken ins Bachbett. Ist das Wasserdargebot kleiner als die Ausbauwassermenge fliesst die festgelegte Dotierwassermenge automatisch ins Bachbett zurück.
Damit der Quarz, der bei der Geschiebe- und Schwebstofffracht dominiert  und aufgrund seiner Härte die schadensträchtigste Abrasion verursacht ausgeschieden wird, wird dem Tiroler Wehr ein Entsander nachgeschaltet.
Anschliessend fliesst das Wasser in ein Regulierbecken, welches einerseits Wasserschwankungen ausgleicht und andererseits das Ansaugen von Luft verhindert.
Die Wasserfassung, der Entsander und das Regulierbecken welche sich in zwei Lawinenzügen befinden, werden fast vollständig eingeerdet und auf die zusätzlichen Einwirkungen der beiden Lawinen dimensioniert.

Druckleitung

Die neu zu bauende Druckleitung folgt ca. ein Kilometer dem Trassee der verrohrten Suone Richtung „Galstei“. Anschliessend verläuft das Trassee der Druckleitung in der Falllinie bis „Schopfine“ biegt nach rechts ab, verläuft dem Bergrücken über die Alpe „Brand“ bis auf eine Höhe von ca. 1552m.ü.M. wo das Wasser in der Zentrale „Siwibach“ turbiniert und anschliessend wieder dem Siwibach zugeführt wird.
Wo vorhanden, ist vor den Bauarbeiten die Humusschicht abzutragen und separat zwischen zu lagern. Bei der Wiederinstandstellung der Baustelle wird der Humus wieder verwendet. Der Grabenaushub ist entsprechend der natürlichen Schichtung getrennt abzutragen, locker zwischenzulagern und bei der Rekultivierung wieder schichtweise anzulegen.
Unterhalb der Alpe „Brand“ verläuft die Druckleitung in mehr oder weniger dichtem Wald mit einigen Felsaufschlüssen. Vermehrt sind Felsblöcke von bis zu 3m3 zu beobachten, welche im  steilen Gelände remobilisiert werden können. Adäquate Sicherungsmassnahmen zum Schutz der Arbeiter und der Gebäude in „Ze Briggeltinu“ in Form temporärer Netze oder Unterfangungen sind notwendig.
Zur Bewässerung der Alpweiden „Geiti“, „Schopfine“ und „Brand“ wird ab „Galstei“ eine sparate Berieselungsleitung in den Graben der Druckleitung verlegt.
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Zentrale Siwibach

Die Zentrale Siwibach wird auf 1552 m.ü.M. gebaut. Der Standort bietet einerseits grösstmögliche Sicherheit vor Steinschlag und andererseits kann das turbinierte Wasser offen zurück in den Siwibach fliessen.
Im Gebäude untergebracht sind Turbine, Generator die Steuerungseinrichtungen und Nebenanlagen wie Transformator zur Energieeinspeisung. Vorgesehen sind zwei eindüsige Peltonturbinen mit einer Leistung von je ca. 500kW. Für den Energieabtransport ist ein Kabel von ca. 560m Länge bis zum Trafo Bodenbrücke vorgesehen.

Wasserdargebot, Quellschüttung

Das Einzugsgebiet oberhalb der Fassung ist ca. 6.5 km2 gross. Das Wasserdargebot variiert über das ganze Jahr betrachtet zwischen ca. 52 und 273 l/s.
Die minimale Restwassermenge, welche das ganze Jahr unterhalb der Wasserfassung fliessen muss, beläuft sich auf 16l/s. Während den Monaten Mai und September ist die Restwassermenge auf 20l/s, vom Juni bis August auf 25l/s zu erhöhen.
Die Wässerwassermenge unterhalb der Wasserfassung zu Gunsten von Tränke und Bewässerungszwecken beträgt im Mai und September 30l/s, vom Juni bis August 60l/s. Wird vom Wasserdargebot die Rest- und die Wässerwassermenge abgezogen, so erhalten wir ein Wasserdargebot von 36 bis 150 l/s.

Energieproduktion

Auf Grund des oben abgeschätzten Wasserdargebotes lässt sich die zu erwartende Energieproduktion wie folgt angeben: Abbildlung.
Die in der Zentrale erzeugte Energie wird über den Transformator 0.4/16kV in das Mittelspannungsnetz eingespeist. Die Anlage wurde bei der Swissgrid für die kostendeckende Einspeisevergütung angemeldet. Zurzeit befindet sie sich immer noch in der Warteliste.
Baukosten
Die Kostenschätzung basiert auf ähnlich disponierten Projekten. Die Genauigkeit beträgt +/- 20 %.
Wasserfassung
CHF 200'000
Entsander + Regulierbecken
CHF 500'000
WF + Regulierbecken Elektromechanische Ausrüstung
CHF 100'000
Druckleitung NW 400-250 mm, L= 2680 m
CHF 2'600'000
Zentralengebäude mit UW-Kanal
CHF 750'000
Elektromechanische Ausrüstung, Steuerung, Maschinentrafo
CHF 1'400'000
Energieabtransport 16 kV
CHF 400'000
Diverses und Unvorhergesehenes
CHF 600'000
Baunebenkosten und Honorare
CHF 950'000
Total exkl. MWST
CHF 7'500'000