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Die Alpe Hopschen - Ein kleines Stück "Eisten"

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30. August 1984 - Die Wiedergeburt der Alpe Hopschen

Die Alpsiedlung Hopschen befindet sich auf dem Simplon und ist von der Strasse aus nicht sichtbar. Sie liegt hinter dem steinernen Simplon – Denkmal. In der Urversammlung von 1982 beschlossen die Burger von Eisten, ihre nicht mehr genutzte Alpe Hopschen zu neuem Leben zu erwecken.
Geprägt vom südlichen Bautypus des Simplons, zeigt sich uns die Alpe Hopschen auf 2017 m.ü.M. als kleine, geschlossene Siedlung, die ganz einheitlich auf die Bedürfnisse der Berglandschaft zugeschnitten ist. Der Exodus aus der Landwirtschaft liess die Alpe verkümmern. Die Simplon – Freunde waren besorgt, da die Alpe am Zerfall war. Es gab nur noch ein Landwirt, der die Alpe Hopschen nutzte.

Simplon – Dorf, auf deren Territorium die Alpe liegt, liess am 18.11.1980 die Burgerschaft Eisten wissen, dass man ihren Besitz in einem schlechten Zustand vorgefunden hätte. Simplon – Dorf wollte einen Käufer für die Alpe suchen, falls kein Interesse an einer Sanierung bestände. Am 18.01.1981 teilte die Burgerschaft Eisten mit, dass man zusammen mit dem Gemeinderat nach einer Lösung suchen würde. Auch die Eister meldeten sich als Interessenten für den Kauf der Alpe Hopschen. Im April 1982 wurde an der Burgerversammlung entschieden, dass die Alpe unter der Verantwortung der Burgerschaft Eisten eine umfassende Sanierung erhält.
 
Der Bezug zur Alpe Hopschen lässt sich geografisch nicht erklären. Die Verbindung Eisten – Hopschen gründete auf einem ehrbaren Kaufakt. Aufgrund Vollmacht durch die Urversammlung erhandelten sich am 27. April 1943 der damalige Gemeindepräsident Josef Noti und Gemeinderat Anton Burgener auf der Alpe Hopschen drei Hütten und eine halbe Ruine, so wie 17 Kuhrechte mit einem Umschwung von ca. 7'000 m². Die Eister trieben nun ihr Vieh innert 12 Stunden über Gspon – Gebidem ins Nanztal und weiter über den Bistenenpass auf die Alpe Hopschen. Dieser Fussmarsch wurde bis zum Ende der fünfziger Jahre durchgeführt. Danach fuhren die Eister ihr Vieh per Lastwagen zur Sömmerung.

Im Jahre 1955 erweiterte die Burgerschaft Eisten ihren Besitz auf der Alpe Hopschen. An einer öffentlichen Versteigerung in Ried-Brig erwarben Gemeindepräsident Jonas Andenmatten und Gemeinderat Siegfried Burgener vom Erben Ernest Kuonen die restlichen vier Hütten und gleichzeitig 27 weitere Kuhrechte mit dem entsprechenden Boden. Die Burgerschaft Eisten war nun Herr auf der Alpe. Zu ihrem Besitz zählten 7 Gebäude, ein ca. 20'000 m² grosser Umschwung mit 44 Kuhrechten und 2/3 des Hopschensees.
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05. September 1984 - Arbeit für die Alpe Hopschen

Die kleine Alpsiedlung auf dem Simplon Namens Hopschen ist bekanntlich Eigentum der Burgergemeinde Eisten, baurechtlich ist aber die Gemeinde Simplon-Dorf zuständig, weil das Besitztum in ihrer Gemeinde liegt. Zurzeit sind 2 Gebäude für die Sanierung geplant. Die Restaurierung der restlichen Gebäude folgt in einer weiteren Etappe. Die Burgergemeinde Eisten hofft, dass sich neben dem Heimatschutz auch andere hinter die Idee der Sanierung der Alpe Hopschen stellen und das Werk auch finanziell unterstützen. Die kantonale und eidgenössische Denkmalpflege waren an der Sanierung nicht beteiligt.
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28. September 1984 - Idealisten am Werk

Die Gebäulichkeiten sollten fachgerecht restauriert werden und künftig einfache, kleine Ferienwohnungen beherbergen, die langfristig zu mieten sind. Die Voraussetzung für dieses Vorhaben war, neben der Sicherung der Finanzierung, die Bereitschaft der Burger viel Fronarbeit zu leisten. Die erste Arbeitsetappe, welche die Instandsetzung zweier Gebäude umfasste, war beinahe abgeschlossen. Der Rohbau war bereits fertiggestellt. Sofern das Wetter mitspielt sollten die Dächer vor Wintereinbruch gedeckt werden.

Im Jahre 1942 hat die Burgergemeinde Eisten den grössten Teil der Siedlung und die dazu gehörenden Weiden käuflich erworben. Mitte der 50er Jahre ging auch der Rest in Besitz der Burgergemeinde Eisten über. Allein die Entfernung von Eisten zum Simplon führte dazu, dass die Alpe seit 1960 nicht mehr bewirtschaftet wurde. Der Rohbau zweier Häuser war arg beschädigt und wurde in einer ersten Ausbauphase mit erheblichem Aufwand instandgestellt. Die anderen Häuser weisten intakte Aussenwände auf.
Bereits anfangs der 70er Jahre hatte man sich in Eisten Gedanken über die Sanierung der Alpe gemacht. Die definitive Zusage zur Sanierung der Alpe Hopschen wurde an der Urversammlung 1982 gegeben. Der Burgerpräsident Karl Summermatter teilte mit, dass mit Ausnahme von 2 Häusern die übrigen Gebäulichkeiten bereits für die nächsten 20 Jahre vermietet sind, wobei der Innenausbau den Mietern überlassen bleibt. Ebenfalls teilt er mit, dass die Burgergemeinde Eisten beabsichtigt, eine Hütte für die eventuelle Bestossung der Alpe durch die Burger von Eisten vorzusehen und sie gleichzeitig auch für Schulen oder Vereinen zur Verfügung zu stellen.
Die Vermietung der übrigen Ferienwohnungen soll kostendeckend sein und keinen Gewinn abwerfen.
 
Da die Burgergemeinde finanziell nicht auf Rosen gebettet war und die Sanierung eine erhebliche Investition erforderte, war ein schrittweiser Aufbau geplant. In der ersten Etappe soll die Instandstellung der zwei meist beschädigten Häusern durchgeführt werden. Diese Etappe konnte am 17. Juli 1984 begonnen werden.

An der Verwirklichung des Projektes waren verschiedene Unternehmen beteiligt. Die Bauleitung unterlag Peter Brunner vom Architekturbüro Bloetzer. Die Ingenieurarbeit besorgte der Eistener Gemeinderat Herbert Burgener im Frondienst. Die Gebrüder Noti aus Eisten führten sämtliche Dachdeckerarbeiten aus, während Paul und Werner Zenklusen aus Simplon-Dorf die Bauarbeiten bewerkstelligten. Die Sanierung der Alpe war nur durch die Fronarbeit der Burger von Eisten möglich.

Ersten Kostenberechnungen zufolge wird die Sanierung der gesamten Alpsiedlung weit über eine halbe Million kosten. Allein die erste Etappe erforderte Investitionen von rund 250'000 Franken. Für die Beschaffung finanzieller Mittel hatte die Burgergemeinde Eisten einen Holzschlag durchgeführt. Verbunden mit der Bedingung die gesamte Alpsiedlung wieder in Stand zu setzen haben der kantonale und der eidgenössische Heimatschutz eine grosszügige Unterstützung zugesichert.
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16. April 1985 - Gesunde Finanzen

Trotz beachtlicher Investitionen im vergangenen Jahr konnten die Schulden der Munizipalgemeinde Eisten in einem vernünftigen Rahmen gehalten werden. Die Pro-Kopf-Verschuldung betrug rund 3'000 Franken. Aufgrund niedriger Wasserzinsen im Sommer 1984 verminderten sich die Einnahmen der Munizipalgemeinde Eisten.
Neben der zweiten Etappe der Alpsanierung Hopschen waren noch andere Projekte am laufen wie der Bau einer Transformatorstation, die Vorverlegung der KW-Leitung im lawinengefährdeten Gebiet von Zen-Eisten und der Bau der Strasse nach Asp.
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08. August 1985 - Eine Alpsiedlung entsteht

Man war dabei die Steindächer zu sanieren. Dabei achtete man darauf, dass der alte Baustil mit italienischem Granit bestehen blieb. Ein Teil der Dachplatten wurden von Eisten auf den Simplon transportiert. Da italienischer Granit gefragt war, musste der grösste Teil der Dachplatten aus Italien geholt werden. Die Dachbelastung beträgt 450 kg pro m². Die Gebrüder Noti aus Eisten sind somit fast Pioniere einheimischer Dachdecker mit italienischen Granitsteinen. 
Die Verantwortlichen rechneten damit, dass im Sommer 1986 die geplanten Vermietungen der einzelnen Hütten vorgenommen werden konnten.
Der kantonale und eidgenössische Heimatschutz stellten ihre finanzielle Unterstützung in Aussicht. Trotzdem blieb für die Burgerschaft von Eisten 40 Prozent der Renovationskosten erhalten.
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03. September 1985 - Erstmals Kredit nötig

Es war das erste Mal, dass die Burgergemeinde Eisten einen Kredit beanspruchen musste. Die Sanierung der Alpe Hopschen galt dem uneingeschränkten Interesse, da Burgerpräsident Karl Summermatter erstmals in der Geschichte der Burgerschaft mit einem Kreditbegehren an die Eister Burgerinnen und Burger gelangte. Diese Massnahme war notwendig, da zu erwartende Rückstellungen der Subventionen drohten. Die Burgerschaft Eisten zeigte Verständnis für diese Massnahme und stimmte dem Begehren ohne Einwände zu.
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29. Juli 1986 - Alpe Hopschen – ein neuer Ferienort

Die Burgerschaft Eisten, als Besitzer der Alpe Hopschen, hatte sich vorgenommen die alpwirtschaftlich nicht mehr genutzten Gebäude zu sanieren. Mit Hilfe des Heimatschutzes kam die Wiedererweckung zum Tragen. Unter strenger Berücksichtigung der ursprünglichen Bauweise, erfuhr die Alpsiedlung in Etappen eine bauliche Sanierung.
Die Hütten erfuhren einen einfachen, aber wohnlichen Innenausbau. Die bereits ausgebauten Alphütten waren für Ferienzwecke zugeschnitten worden.
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23. Oktober 1987 - Gelungene Alpsanierung

Mit der Begehung und Abnahme der Rohbau- und Umgebungsarbeiten konnte die dritte Etappe abgeschlossen werden. Abgesehen von einigen kleineren Arbeiten war die Alpsanierung auf den Hopschen nun weitgehend abgeschlossen. Ein, für die Burgergemeinde Eisten vollendetes Werk, das nur dank der grosszügigen Unterstützung des kantonalen und eidgenössischen Heimatschutzes sowie der Loterie Romande und der Fronarbeit der Burger von Eisten verwirklicht werden konnte. 
Die komplette Fertigstellung der Alpe Hopschen war Ende August des Jahres 1988 geplant. Der Subventionsanteil des kantonalen Heimatschutzes wurde allerdings von der Loterie Romande übernommen, die überdies noch weitere finanzielle Zuschüsse an die Arbeiten der Burgergemeinde Eisten leisteten. Der Burgergemeinde Eisten blieben nun Restkosten von rund 300'000 Franken.
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21. Juni 1988 - Bald bereit zur Einweihung der Alpe Hopschen

Die letzte Bauetappe wurde in Angriff genommen. Die Einweihung der renovierten Alpe Hopschen wurde vom Burgerpräsident Karl Summermatter auf den 14. August 1988 festgelegt.
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19.Juli 1988 - Alpsiedlung "Hopschen"

Idyllische Ferienunterkünfte waren entstanden, die Mitte August unter den Schutz GOTTES gestellt wurden. Die Hl. Messopferfeier begann um 09.45 Uhr. Verschiedene musikalische Einlagen sowie Verpflegung auf Platz garantierten gleichzeitig einen schönen hochalpinen Sonntag.
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05. August 1988 - Der letzte Schliff auf Hopschen

Am 14. August 1988 krönte die Burgergemeinde Eisten mit der Einweihung der wiedererweckten Alpsiedlung Hopschen ihr Gemeinschaftswerk. Aufgrund einer entsprechenden Vollmacht durch die Urversammlung erhandelten sich die damaligen Ratsherren von Eisten am 27. April 1943 ein ansehnliches Stück der Alpe Hopschen. Es waren 3 Hütten und eine halbe Ruine sowie 17 Kuhrechte und etwa 7'000 m² Boden. Im Jahre 1955 erweiterte die Burgergemeinde Eisten ihren Besitz auf dem Simplon. Aus einer öffentlichen Versteigerung kamen 4 Hütten und 27 Kuhrechte hinzu. Gleichzeitig stieg die Burgergemeinde Eisten zum Besitzer stolzer 2/3 des Hopschensees auf.
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16. August 1988 - Alpsiedlung Hopschen wiederhergestellt

Mit beachtlichem Kostenaufwand und dank breiter Unterstützung ist die reizvolle Alpsiedlung Hopschen im Simplongebiet durch die Burgergemeinde Eisten nach allen Regeln der Kunst wiederhergestellt worden.
Ohne den Willen zur Selbsthilfe, der Fronarbeit der Eisterinnen und Eister und ohne namhafte Beiträge des Heimatschutzes und der Loterie Romande und anderer Institutionen und Privater wäre die Alpe Hopschen wohl verkommen oder verkauft worden. Nun wurde sie saniert.